Der unbekannte Dr. Edward Bach 

Die Darmnosoden in der Homöopathie

„Nicht bekämpfen, sondern erkennen und überwinden, den die vollkommende Heilung entsteht nur in unseren Inneren.“

Dr. Edward Bach


Der unbekannte Dr. Edward Bach:

Die Darmnosoden in der Homöopathie


Die meisten von uns werden den Namen Dr. Edward Bach unweigerlich mit der nach ihm benannten Bachblüten Therapie in Verbindung bringen. Weniger bekannt ist, dass Dr. Bach ursprünglich als Arzt, Bakteriologe und Homöopath tätig war und sich intensiv mit den Bakterien des menschlichen Darms beschäftigte und diese Arbeiten auf der Basis der Homöopathie entwickelte.


Bachs frühe Arbeit mit den Darmnosoden

In den 1920er-Jahren untersuchte Bach am London Homoeopathic Hospital die Darmflora seiner Patienten. Ihn interessierte insbesondere die Frage, ob Veränderungen der Darmbakterien mit chronischen Beschwerden in Verbindung stehen könnten.

Aus diesen Untersuchungen entwickelte er gemeinsam mit Dr. Charles Edwin Wheeler die ersten Darmnosoden. Dabei handelte es sich um homöopathische Präparate, die aus bestimmten bakteriellen Kulturen hergestellt und nach homöopathischen Verfahren aufbereitet wurden. Zu den bekannten, mit Bach verbundenen Darmnosoden gehören beispielsweise; Morgan, Proteus, Gaertner, Dysentery Co., Mutabile und Faecalis.

Wohl auch durch seine eigene Krebserkrankung setzte Dr. Bach die Darmnosoden bei Krebserkrankungen ein uns erzielte dabei beachtliche Erfolge. Bei einem Vortrag, mit dem Titel: "Intestinale Vergiftung und Krebskrankheit", 1924 fasste er seine Theorie wie folgt zusammen.

«Ausgehend von der grundsätzlich falschen Ernährung fast aller Menschen, die zu einem stark alkalischen Milieu des Darms führt, das einen hervorragenden Nährboden für die toxinbildenden Bakterien abgibt, sehe ich in dieser Tatsache auch einen prädisponierenden Faktor für das Auftreten von Krebs. «

Dank dem Einsatz von Darmnosoden erreichet er bei einer grossen Zahl von Krebspatienten deutliche Besserungen, Schmerzlinderung und auch Remissionen von Krebstumoren. (Ob er seine eigene Krebserkrankung der Milz dank der Darmnosoden überwand ist leider nicht bekannt). Aus seinen Erfahrungen, war er allerdings überzeugt, dass er Einsatz von Darmnosoden die beste Methode sei um Krebserkrankungen vorzubeugen.

Mit der Zeit suchte Bach allerdings nach einer einfacheren Form der Behandlung. Die aufwendige Untersuchung von Bakterien und die Auswahl entsprechender Nosoden erschienen ihm zunehmend weniger wichtig. Sein Interesse verlagerte sich auf die Pflanzenwelt und die seelische Verfassung des Menschen. Aus dieser Entwicklung entstand schließlich seine bekannte Bach-Blütentherapie.


Dr. John Paterson – Bachs Nachfolger bei den Darmnosoden

Eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung der Darmnosoden spielte Dr. John Paterson und seine Frau Elizabeth Paterson. Ende der 1920er-Jahre übernahm sie Bachs Methode und setzten dessen Arbeit mit Darmbakterien und Nosoden fort.

Paterson führte zahlreiche Untersuchungen durch und entwickelte die Darmnosodenlehre weiter. Dabei entstanden auch eigene Nosoden, unter anderem Bacillus No. 7 und Sycotic Co.

Es ist daher Dr. Paterson zu verdanken, dass dieses wichtige Forschungsgebiet in der Homöopathie eingeführt wurde und wir heute darauf zurückgreifen können.


Die Darmnosoden in der heutigen Homöopathie

Schon seit der Antike wurde der Darm immer wieder als zentraler Ausgangpunkt für Krankheit und Heilung betrachtet. Hippokrates (460-370 v. Chr.), wie auch Paracelsus (1493-1541) prägten z.B. den Spruch: «Der Tod sitzt im Darm». Die heutige Mikrobiomforschung bestätigt dabei die Wichtigkeit eines gesunden und diversen Mikrobioms.

Es spricht für die Homöopathie, dass sowohl Dr. Bach, wie auch Dr. Paterson und andere, vor über 100 Jahren erkannten, dass bei vielen Erkrankungen ein Ungleichgewicht der Bakterien im Darm vorhanden ist. Einige Aussagen von Dr. Paterson belegen diese These:

«Wo in der Natur ein Gleichgewicht herrscht, gibt es keine Krankheit und ein Keim, wie z.B. Bakterium coli erfüllt eine nützliche Funktion. Bei gesunder Darmschleimhaut gibt es keine pathogenen Keime: Aber jede Änderung im Gastroorganismus, welche die Darmschleimhaut stört, wird auch dieses Gleichgewicht stören.»

Damit dürfte die Homöopathie das erste Heilsystem gewesen sein, dass die Dysbiose nicht nur erkannte und beschrieb, sondern mit Hilfe der Darmnosoden auch wirksam behandelte.

Leider gerieten die Darmnosoden nach 1970 beinahe in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren erkannten viele Homöopathinnen und Homöopathen welche wertvollen Heilmittel uns Bach und Paterson hinterlassen haben.

Persönlich empfehle ich die Darmnosoden seit etwa fünf Jahren und bin immer wieder erstaunt, welch tolle Erfolge sich mit ihnen erzielen lassen. Vor allem in der Darmberatung korrigieren sie das Darmmilieu meist so positiv, dass kein zusätzliches Probiotikum eingesetzt werden muss oder Probiotika nach dem Einsatz der Darmnosode viel bessere Wirkungen zeigen. Viele Betroffene beschreiben zudem eine allgemeine Steigerung des Wohlbefindens, eine bessere Immunlage und sogar eine Verbesserung der Schlafqualität.

Aber auch bei Reizdarmerkrankungen oder bei Hauterkrankungen, wie Neurodermitis und Psoriasis, haben sich Darmnosoden als äussert hilfreich gezeigt.

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